7. CTC Quirin Bank Senior Open

12. – 16. September 2018
DTB S-3


Ein Bericht von Ralph Weiss, Pressewart TC Süssen  

Den mittlerweile hohen Stellenwert dieses Turniers bei den Spielern beweist die Tatsache, dass in allen Konkurrenzen mindestens zwei Akteure vertreten waren, die unter den Top 100 der Deutschen Rangliste aufgeführt sind. Unter hochsommerlichen Temperaturen konnten die Begegnungen ausgetragen werden, wobei es dabei die eine oder andere faustdicke Überraschung gab.

Herren 30
Der erstgesetzte Gräfelfinger Markus May (DR Nr. 71) spazierte mühelos ins Endspiel, profitierte dabei im Halbfinale bei 5:1 von der Aufgabe seines Kontrahenten Jens Müller (Spfr. Höfen – Baach). In der unteren Tableauhälfte musste die Nr. 2 der Setzliste, Ladislav Drapal ( TC Friedberg; DR Nr. 99), bereits in der ersten Runde die Segel streichen. Sein Bezwinger Daniel Spieth (SPG Hertmannsweiler/Höfen – Baach) musste dann im Viertelfinale nach Rückstand gegen Sebastian Hörber (ETV Nürtingen) aufgeben. Der Aussenseiter aus Nürtingen spielte sich dann durch ein 6:1, 2:0 w.o. über den viertgesetzten Raffael Engel (TC Sandhausen) ins Finale. Hier brachte Hörber den klaren Favoriten May in endlosen Rallyes durch sein fast fehlerloses Spiel schier zur Verzweiflung und siegte verdient 6:4, 6:1.

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Finalist Markus May und Sieger Sebastian Hörber

Herren 40
Der für Schwaben Augsburg aufschlagende Sven Ludwig (DR Nr. 35) war haushoch favorisiert und wurde dieser Rolle zu jeder Zeit gerecht. Lediglich im Halbfinale kam der Schwabe bei einem 1:3 – Rückstand im zweiten Satz kurzfristig ins Wanken, konnte jedoch den 6:2, 6:3 – Sieg über Carsten Herzog (TC Ruit / TC Süssen), der ebenso souverän den Weg in die Vorschlussrunde fand, standesgemäss unter Dach und Fach bringen. 6:2, 6:0 siegte Ludwig problemlos im Finale gegen Erick Silva (TF Plieningen). Der Uruguayer, der doch etwas überraschend ins Finale vordrang, stand dabei im Viertelfinale bei seinem Dreisatzsieg über den Friedrichshaller Peter Mayerhöfer schon kurz vor dem Aus. Gegen die leicht favorisierte Nr. 2 der Setzliste Carsten Von Eiff (TC Süssen, DR Nr. 69) lag Silva im Halbfinale bereits 0:4 im Hintertreffen, änderte dann sein Spielkonzept und schlug den mit viel Spielwitz ausgestatteten Widersacher mit 7:5, 6:2 in einem 150 – minütigen Marathon.

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Sieger Herren 40 Sven Ludwig

Herren 50
Überraschenderweise gingen in dieser Konkurrenz nur sieben Meldungen ein. So wurde in zwei Gruppen im Round Robin System gespielt. In Gruppe B gab es dann noch eine Absage, sodass Uwe Kuballa (TC Afriso Güglingen, DR Nr. 73) bereits durch sein 6:3, 6:2 über den zuletzt stark auftrumpfenden Uwe Allgaier (TC Esslingen, DR Nr. 129) den Finaleinzug perfekt machen konnte. Axel Held (TC Ravensburg, DR Nr. 22) rauschte im ICE – Tempo durch seine Gruppe. Und im Finale machte er so weiter, zumindest im ersten Satz. Dann fand der Güglinger immer mehr zu seinem Spiel und konnte sich in den MTB retten. Hier hatte dann der aus dem Spessart stammende Wahl – Ravensburger Held das bessere Ende für sich; 6:1, 6:7, 10:5 lautete das Ergebnis.

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Finalist Uwe Kuballa und Sieger Axel Held

Herren 55
Gespannt blickten die Cannstatter auf dieses Feld, wollten sie doch ihren Präsidenten siegen sehen. Dieser heisst Helmut Bayer, wurde an eins gesetzt und ist die Nr. 14 der Deutschen Rangliste. Allerdings war die Konkurrenz gross, weitere drei Top 100 – Spieler waren scharf auf das Prestige und den Siegerscheck: Martin Andratsch (TA KV Untertürkheim, DR Nr. 21), Andreas Schulze (TC Esslingen, DR Nr. 24) und Stefan Schmidt (TA KV Untertürkheim, DR. Nr 67). Diese vier Spieler beherrschten dann das Tableau bis einschließlich Viertelfinale nach Belieben. Und ab der Vorschlussrunde war es dann die Stuttgarter Stadtmeisterschaft mit Esslinger Beteiligung. Alles Daumendrücken der zahlreichen Clubmitglieder half nichts, ihrem sympathischen Vorstand wurde der Finaleinzug durch den clever spielenden Schulze mit 6:4, 6:3 verwehrt. Im anderen Halbfinale behielt Andratsch gegen Schmidt im Vereinsduell erwartungsgemäß die Oberhand (7:6, 6:3). In einem Kampf auf Biegen und Brechen, geprägt von endlosen Grundlinien – Rallyes, erwies sich Andreas Schulze beim 6:2, 2:6, 10:6 – Sieg als der etwas Glücklichere.

Herren 60
Als Favorit war hier Andreas Essig (TC Heiningen, DR Nr. 24) zu betrachten. Gegenüber dem erstgesetzten Wolfgang Reich (TC Esslingen, DR Nr. 15) hatte er zuletzt die weitaus besseren Turniererfolge, führt zudem im Head-to-Head-Vergleich deutlich. Den weiteren Ranglistenspielern Eugen Lengerer (TA TSV Ehningen, DR Nr. 39) und Gerd Riehm (TC BW Zuffenhausen, DR Nr. 61) gab man nicht einmal Aussenseiterchancen auf den Finalplatz. Beide scheiterten dann auch in ihrer ersten Begegnung. Aber da gab es noch einen absoluten Geheimfavoriten: Lokalmatador Steve Harley, lediglich mit LK 15 ausgestattet. Der Neuseeländer spielte Anfang bis Mitte der Achtziger u.a. in Aalen und Ulm Oberliga auf 1 oder 2, besiegte damals auch den 16-jährigen Charly Steeb bei Herren – Bezirksmeisterschaften. Dann war er verschwunden und tauchte vor einem guten Jahr wieder auf und überzeugte in der Südwestliga bei den 55ern sowie bei der Mannschafts-WM in Ulm, wo er sein Heimatland mit einer deutlich positiven Bilanz vertrat. So war es nicht verwunderlich, dass er nach Kantersiegen den Halbfinaleinzug schaffte. Hier konnte Reich nur im ersten Durchgang etwas dagegen halten, mit 6:4, 6:1 setzte sich Harley durch. Insgesamt lediglich 90 min benötigte Andreas Essig für seinen Finalplatz. Viertelfinale w.o., im Halbfinale gab der Gegner nach zwei Spielen auf. Finale! O’Ton Essig: „Ich habe nie zu meinem Rhythmus gefunden“. Und diese Aussage trotz einer 5:0 – Führung, oder vielleicht gerade deswegen. Denn bis zu diesem Zeitpunkt traf der Wahl-Cannstatter nicht den einfachsten Ball, um dann aufzudrehen und den Satz noch mit 7:5 zu holen. Auf Augenhöhe dann Durchgang 2 mit etlichen Spielen über Einstand. Letztendlich dann ein „Heimsieg“ mit 7:5, 6:4.

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Sieger Steve Harley und Finalist Andreas Essig

Herren 65
In einem teilnehmerstarken 32er Tableau waren gleich sieben Akteure, die sich unter den besten 120 Spielern dieser AK in Deutschland befinden. Ein absoluter Favorit war nicht auszumachen, hier sollte die Tagesform entscheiden sowie die aktuelle Fitness. Die Setzliste wurde im Grossen und Ganzen bestätigt. Im Halbfinale fanden sich dann Franz Winter, Nr. 1 (TSV/TC Haunstetten, DR Nr 25) – Werner Hofmann, Nr.2 (1. FC Gunzenhausen, DR Nr. 36) – Michael Landrock, Nr. 4 (TA SV Arnegg, DR Nr. 43) und Hans Tenge, Nr. 7 ( TATV Vaihingen, DR Nr. 120), der den drittgesetzten Dieter Doblaski (TC Haunstetten, DR Nr. 38) aus dem Wettbewerb kegelte. Landrock bestätigte seine bis dato gute Form und liess Winter beim 6:1, 6:3 keine Chance. Hofmann musste beim 7:6, 6:3 dann doch etwas mehr kämpfen. Im Endspiel sah alles nach einem Start-Ziel-Sieg von Landrock aus, der dann aber nach dem ersten Satz merklich nachliess, während Hofmann Oberwasser bekam. Im MTB fand der Arnegger dann wieder zurück zu alter Stärke, gewann 6:0, 5:7, 10:4 und bestätigte seine zuletzt guten Ergebnisse.

Die Sieger 2018
Herren 30: Sebastian Hörber
Herren 40: Sven Ludwig
Herren 50: Axel Held
Herren 55: Andreas Schulze
Herren 60: Steve Harley
Herren 65: Michael Landrock