Sommersaison 2021 – lose-lose-Situation für Spielplaner

von Winfried Weidlich

Unsere Webseite ist nicht dafür bekannt, besonders kritikscheu zu sein – egal, wem gegenüber. Und auch in diesem Beitrag geht es um Kritik. In diesem Fall um überwiegend sachlich unberechtigte Kritik gegenüber denjenigen, die für die Terminplanungen der Tennis-Sommersaison verantwortlich sind. Das sind für die Regionalligen und in den Landesverbänden in der Regel die entsprechenden Sportsausschüsse.

In den Regionalligen Süd-Ost und Süd-West wurde relativ frühzeitig der Spielbeginn auf den 12. Juni verlegt – und natürlich wurde Kritik laut, dass dieser Beginn wegen der noch recht hohen Inzidenzen in verschiedenen Bundesländern, Landkreisen oder Städten zu früh sei und man gar nicht wisse, ob dann gespielt werden könne.
In der Regionalliga Nord-Ost wurde Anfang Mai der Spielbeginn auf den 27. Juni verlegt – und natürlich wurde Kritik laut, dass dieser Beginn viel zu spät sei und man doch früher hätte anfangen können
In der Regionalliga West wurde der für Anfang Mai geplante Spielbeginn im April zunächst auf den 03. Juni, am 25.05. bestätigt und kurz darauf auf den 12. Juni festgelegt – und natürlich wurde Kritik laut, dass man sich doch gefälligst mal entscheiden möge, wann denn nun anzufangen sei.

Drei unterschiedliche Methoden einer möglichen Problemlösung – und gleichermaßen Kritik von (fast) allen Seiten.

Vergessen wir eigentlich, dass diejenigen, die sich in den Ausschüssen und Vorständen vom DTB bis zum kleinsten Tennisverein in einem Landesverband mit Problemen und deren Lösungen zum Wohle aller Tennisspieler beschäftigen, dies ehrenamtlich, freiwillig und (fast) ohne finanzielle Vergütung tun?

Für nicht nachvollziehbare Entscheidungen, die man für falsch hält, kann man Funktionsträger kritisieren, aber man sollte immer bedenken, ob sie letztendlich eigene Entscheidungen treffen können oder in ihren Entscheidungen abhängig sind.

So wie der Vorsitzende eines Tennisclubs nicht entscheiden kann, ob er seine Plätze öffnet, wenn ihm die Landesregierung oder das Gesundheitsamt seiner Stadt dieses verbietet, so wenig können in einem Landesverband Punktspiele oder Turniere stattfinden, wenn eine Landes-Corona-Verordnung dieses nicht gestattet.

Es ist völlig unstrittig, dass beim Tennis im Freien – und in der Halle ist es ähnlich – so gut wie keine Ansteckungsgefahr besteht, aber wenn Landesregierungen die Ausübung dieses Sports zeitweilig verbieten, haben sich die Tennis-Landesverbände daran zu halten.
Es zeigte sich nur, dass der Einfluss von Sportverbänden bundesweit auf die Bundesregierung oder landesweit auf die Länderregierungen sehr unterschiedlich ist.
Hier bleibt für manche Sportverbände – Tennis eingeschlossen – noch ein weites Betätigungsfeld.

Um ein letztes Beispiel zu geben:
Am 25.05. bestätigt der Sportausschuss der Regionalliga West den im April festgelegten Spielbeginn 03.06., weil er mit seiner Entscheidung über den Beginn der Punktspiele nicht länger warten will.
Am 26.05. erscheint eine neue Corona-Verordnung des Landes NRW mit für den Tennissport tiefgreifenden Änderungen, nach denen ein Beginn am 03.06. nicht möglich erscheint.
Am 26.05. legt der Ausschuss den Beginn auf den 12.06. fest, weil ab diesem Zeitpunkt mit recht hoher Wahrscheinlichkeit gespielt werden kann.
Natürlich hat das in manchen Fällen nicht unerhebliche Auswirkungen auf Mannschaften und Umplanungen sind auch für Vereine und Mannschaften mit Aufwand verbunden.
Aber die Alternative, den Spielplan bestehen zu lassen, wohl wissend, dass ein oder zwei Spieltage komplett ausfallen könnten, wäre bestimmt nicht besser gewesen.
In diesem Fall war schnelles Handeln notwendig und, wie ich finde, auch sinnvoll.

Vielleicht sollten all diejenigen, die mitunter zu recht vorschneller Kritik neigen, sich einmal in die Lage derer versetzen, die diese ehrenamtliche Arbeit auf sich nehmen – oder vielleicht sogar sich einmal selber einbringen.