Sabine Schmitz, Spielersprecherin der Seniorinnen

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Sabine Schmitz Jahrgang 1956, drei Kinder, ist seit August 2012 Spielersprecherin der Senioren. Ihre sportliche Heimat ist ETUF Essen.

Kindheit und Jugend
Sabine Schmitz, in Essen unter dem Mädchennamen Sabine Langhoff geboren, ist als wohl behütetes Einzelkind groß geworden. Mit neun Jahren begann sie mit Tennis. Zuvor hatten die Eistanz begeisterten Eltern sie bereits mit fünf Jahren beim Eis- und Rollkunstlauf angemeldet. Bei Kinder-Wettbewerben trat sie in Pflicht und Kür an, aber so recht wollte der Funke nicht überspringen, weil es mit den Sprüngen nicht so wirklich klappen wollte oder wie sie selbst sagte: „Ich sprang so hoch wie ein Blatt Papier.“

Als die Eltern dann im ETUF mit dem Tennissport begannen, wurde die 9-jährige Sabine gleich mit angemeldet und fing unter der Leitung der Trainer Hans Eckner und Rudi Bottke sofort Feuer. Gemeinsam mit Thomas und Jochen Settelmayer und Peter Elter und deren Familien verbrachte sie die gesamte Freizeit im ETUF. Durch das ständige Doppel-Spielen mit den Jungs spielte sie für ein Mädchen dieser Ära einen guten, angstfreien Volley. Rasch stellten sich dann erste Erfolge ein, denn als 13-Jährige gewann Sabine das DTB Ranglistenturnier in Flensburg. Ab diesem Turnier war sie im Jugendkader des DTB, der zweimal im Jahr  zu Wochen-Lehrgängen ins DTB-Leistungszentrum in Hannover antreten musste. Unter der Leitung des damaligen Bundestrainers Richard Schönborn entwickelten sich  Jochen, Peter und Sabine stetig weiter. So gewann Sabine bis auf eine Ausnahme immer die Jugend-Verbandsmeisterschaften, bei den Deutschen Meisterschaften gelangte sie meist ins Halb- oder Viertelfinale. Endstation war sehr oft Katrin Pohmann, heute unter dem Namen Katrin Dippner erfolgreich. Im Doppel gewann Sabine an der Seite von Jutta Christ einen deutschen Meistertitel der Jugend. Highlights der Jugend waren die Cilly-Aussem und Henner Henkel – Spiele, bei denen auch Liedersänger Herbert Grönemeyer im TVN Team war und seine Mannschaftskameraden bereits damals mit musikalischen Einlagen am Klavier erfreute. Sabine Schmitz wurde zweimal in eine Jugend-National-Mannschaft berufen, einmal bestritt sie mit Deutschland den Prinzessin Sofia Cup – die Europameisterschaft der AK U18 .

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Berufliches

  • 1974 Abitur am Viktoria Gymnasium in Essen
  • 1975-1978 Romanistik- Studium Ruhr-Universität Bochum
  • 1979 Abschluss Auslandskorrespondentin Englisch/Französisch IHK Bonn
  • 1979-1984 Lehrerin Erwachsenenbildung Inlingua Essen englisch/französisch/deutsch
  • ab 1985 Praxismanagement, Qualitätsmanagement, internistische Praxis Dr. Schmitz
  • 2011-2017 Geschäftsführerin der Essener Tennis Marketing GmbH
  • ab 2013 Geschäftsführerin ETUF Tennisriege, Turnierdirektorin diverser Turniere

Familiäres
Nach dem Abitur wurde es mit dem Tennis etwas ruhiger, bis auf ein paar wenige Turniere spielte Sabine nur noch für die Mannschaft von ETUF Essen. Insgesamt fünfmal gewann sie mit diesem Team die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften an der Seite von Helga Masthoff und Heide Orth, mit der sie immer noch freundschaftlich verbunden ist.  Abgesehen von Tennis im Kreis der Familie und D30 und D40 Mannschaftsspielen lief tennismäßig nichts.

Nach der Hochzeit mit Dr. Gerhard Schmitz (†2014) und der Geburt der drei Kinder Frederick 1984, Karina 1987 und Lara 1990 war ganz Schluss mit dem Turniertennis, sie widmete sich als „Super Mum „ ausschließlich der Familie. Natürlich lernten alle Kinder das Tennisspiel und wurden von der Mama zu Medenspielen und Tunieren chauffiert.

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Die zweite Tenniskarriere
Nach dem Abitur des dritten Kindes wollte es der Zufall, dass sie wieder mit dem Turniertennis anfing. Durch Mannschaftskameradin Nuray Öztürk in einer gemütlichen Weinrunde überredet, willigte sie ein, einmal mit dieser bei den TVN -Meisterschaften Doppel zu spielen. Doch diese meldete sie heimlich auch in der Einzelkonkurrenz an und Sabine erreichte auch gleich  gleich das Finale, das sie 6/7 6/7 gegen Karin Plaggenborg verlor.

Wie sie selber formuliert:
„Eigentlich macht es mir heute mehr Spaß als früher, wo ich häufig unter dem Erfolgsdruck von Eltern und Trainern litt. Ich freue mich besonders, auf den Seniorenturnieren die „alten Weggefährten“ der Jugend wieder zu treffen, wie z.B. Norbert Henn, Dagmar Hellwegen, Manfred Jungnitsch, Susanne Roseneck-Petersen und Florian Ebner. Das schönste Wiedersehen feierte ich bei meinen ersten Schomburgk-Spielen im saarländischen St. Ingbert, als ich in der Umkleidekabine auf eine Berliner Spielerin traf, die mir irgendwie bekannt vorkam und die auch mich ständig verstohlen musterte. Beide fragten wir die Teamkameradinnen nach dem Nachnamen der anderen, der aber auch nicht weiterhalf. Bis dann die Berlinerin die Niederrheinerin fragte :“Irgendwie kommt mir dein Gesicht so bekannt vor, wie hießest du denn mit Mädchennamen?“ Und alles wurde aufgeklärt: Nach mehr als 30 Jahren ohne ernst zunehmende Matches, beide nach einer langen Kinderpause, trafen sich Katrin Pohmann/Dippner und Sabine Langhoff/Schmitz wieder.

Auch ihre Karriere als Seniorin war von vielen Erfolgen gekrönt. Sie gewann dreimal den Titel einer Deutschen Hallenmeisterin im Einzel und noch häufiger  den Titel im Doppel. Sie wurde Europameisterin im Mixed und gewann in Helsinki 2016 und in Florida 2017 jeweils Bronze mit dem deutschen Team.
2018 krönte sie ihre bisherige Laufbahn als Seniorin mit fünf Titeln:

  • Deutsche Hallenmeisterin im Einzel AK 60 im Endspiel gegen Margreth Beyer
  • Deutsche Meisterin im Einzel AK 60 im Endspiel gegen Jutta Bökmann
  • Deutsche Meisterin im Doppel AK 60 mit Jutta Bökmann
  • Deutsche Mannschafts – Meisterin  AK 50 mit ETUF Essen
  • Deutsche Meisterin Große Spiele AK 60 mit dem TV Niederrhein.
  • dazu eine Bronzemedaille im Damen-Doppel mit Lyn Mortimer bei der WM

Auch als Turnierdirektorin ist sie im wahrsten Sinne des Wortes weltweit geschätzt und begehrt. Die Ausrichtung der Weltmeisterschaft in Ulm der Altersklassen 50 – 60 zusammen mit Florian Ebner war, wie von allen Seiten zu hören war, ein Muster für die Ausrichtung eines perfekten Turniers. Und so verwundert es nicht, wenn Sabine Schmitz demnächst noch häufiger als Turnierdirektorin auf großen Turnieren zu sehen sein wird.

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Zukunft
Für die Zukunft wünscht sie sich, mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können, was aber nicht so einfach ist, weil die Töchter  in Hamburg und Frankfurt leben und Sabine selbst als Spielerin, Turnierdirektorin und Tennis-Funktionärin recht viel unterwegs ist. Natürlich wünscht sie sich auch ganz klassisch gesund zu bleiben und ihre Spielstärke zu halten.
Als Vizepräsidentin des TVN will sie einen modernen Sportverband mitgestalten und als Senioren – Spielersprecherin den Stellenwert des Seniorentennis im DTB  erhöhen.

Die Zusammenarbeit mit dem Spielersprecher Matthias Müller-Seele gestaltet sich sehr gut und sie hofft, dass beide zusammen etwas bewegen können.