Über die Ranglisten

Die Ranglisten

Für Spielerinnen und Spieler im Bereich des DTB gab es und gibt es mehrere gültige Ranglisten, die auf unterschiedliche Weise berechnet werden.

Die internationalen Ranglisten (ATP-, WTA- und ITF-Senioren-Ranglisten) basieren alle auf dem TRP-System (Turnierrundenpunkte-System). Für jede bei einem Turnier erreichte Runde erhält man Punkte. Die Höhe der Punkte richtet sich nach der Wertigkeit des Turniers. Man erhält aber nur einmal Punkte, nämlich für die am höchsten erreichte Runde. Bei ATP und WTA werden die erreichten Punkte der letzten 12 Monate zusammengezählt. Bei den ITF-Ranglisten der Seniorinnen und Senioren werden die besten vier Ergebnisse der zurückliegenden zwölf Monate gewertet.

Auch die nationale Rangliste der Seniorinnen und Senioren ist nach dem TRP-System aufgebaut. Im Unterschied zur ITF-Rangliste werden für Seniorinnen die besten sechs, für Senioren die besten acht Ergebnisse der zurückliegenden zwölf Monate herangezogen.

Das Leistungsklassen-System ist völlig anders aufgebaut. In diesem Berechnungssystem zählen Siege gegen andere Spieler völlig unabhängig von der Wertigkeit eines Turniers oder des Erreichens einer bestimmten Runde. Für einen Sieg in einem Match erhält man Punkte in Abhängigkeit davon, wie viele Leistungsklassen der Gegner besser oder schlechter ist als man selbst. Bisher werden die LK einmal jährlich im Oktober berechnet. Es werden alle Siege im Zeitraum vom 01.10. des Vorjahres bis zum 30.09. des laufenden Jahres gewertet.

Auch die Ranglisten der Aktiven sind seit dem 30.09.2015 nach dem TRP-System aufgebaut.

Unterschiedlich Systeme bei Aktiven und Senioren

Ein ganz wesentlicher Unterschied zwischen dem TRP-System Senioren und dem TRP-System Aktive besteht darin, dass es bei den Aktiven einen Gesamtrang gibt, d.h. einen Rang auf der Rangliste von 1 bis 20.000. Das eröffnet die Möglichkeit, B-Einstufungen zu vergeben, die für Mannschaftsaufstellungen von großer Bedeutung sind. Auch aussagekräftige Verbands-Ranglisten werden dadurch ermöglicht. Die Senioren-Ranglisten müssen durch Zusammenfassung von jeweils 5 Jahrgängen bei den Herren 12 mal und bei den Damen 10 mal gerechnet werden. Das hat den Nachteil, dass B-Einstufungen nicht möglich sind und AK-übergreifende Verbands-Ranglisten praktisch nicht zu erstellen sind

Kategorisierung von Turnieren

Die Kategorisierung von Turnieren im Bereich des DTB wird vom Ausschuss für Ranglisten und Leistungsklassen vorgenommen.
Die DTB-Ranglistenturniere (DRL) der Aktiven werden je nach Preisgeld in die Kategorien A1 bis A7 eingestuft. Die Einstufungen für Freiluft-Turniere:

A-1 bei Damen Deutsche Meisterschaften, bei Herren DM und DRL ab 15.000 €
A-2 bei Damen DRL ab 10.000 €, bei Herren ab DRL 10.000 €
A-3 bei Damen ab DRL 7.500 €, bei Herren DRL ab 7.500 €
A-4 bei Damen ab DRL 5.000 €, bei Herren ab DRL 5.000 €
A-5 bei Damen ab DRL 3.000 €, bei Herren ab DRL 3.000 €
A-6 bei Damen ab DRL 500 €, bei Herren ab DRL 500 €
A-7 Bezirks- und Verbands-Meisterschaften mit wenig oder ohne Preisgeld

Für Hallenturniere gelten ab A-3 geringere Preisgelder.

Z.Zt. ist noch in der Überlegung, Zwischen-Kategorien für Turniere „mit Hospitality“ (z.B. A-4+H etc.) einzuführen, weil darauf die Spieler mehr abfahren als auf „reines Preisgeld“. Aber das ist noch nicht ausdiskutiert.

Für die Senioren-Turniere gilt als Kriterium vor allem die Qualität der Felder. Diese ergibt sich aus den Ranglistenpositionen aller Starterinnen und Starter in den angebotenen Altersklassen. Zusätzlich werden auf dieser Basis Bonuspunkte vergeben für

– die Quantität der angebotenen Felder

– die organisatorische Durchführung, ein Rahmenprogramm, die Öffentlichkeitsarbeit

– die Höhe des Preisgelds, Sachpreise und Hospitality.

Dieser Gesamtpunktwert ergibt die Turnierkategorisierung.

Die Einstufungen:

S-WM Weltmeisterschaften (3 Turniere 2016)
S-A European Senior Champs, Grade A Turniere, DM 30-80 (6 Turniere 2016)
S-1 Int. und nat. deutsche Top Turniere, ITF-Kat 1 (13 T. 2016)
S-2 Dt. Turniere mit starker int. Beteiligung, ITF-Kat 2 (18 T. 2016)
S-3 Dt. Turniere mit starker deutscher und int. Beteiligung, ITF-Kat 3 (26 T. 2016)
S-4 Dt. Turniere mit starker deutscher Beteiligung, ITF-Kat 4 (36 Turniere 2016)
S-5 Dt. Turniere mit überregionaler Beteiligung, Verbandsmeisterschaften, ITF-Kat 5 (66 T. 2016)
S-6 starke sonstige offene Turniere, Verbandsmeisterschaften (75 T. 2016)
S-7 sonstige offene Turniere, Bezirksmeisterschaften, offene Kreis/Stadt-Meistersch. (177 T. 2016)

Im Jugendbereich erfolgte die Erstkategorisierung der Turniere durch die Landesverbände.

Berechnungsfrequenzen

Die Internationalen Ranglisten erscheinen wöchentlich neu. Die Ranglisten der Aktiven und Senioren erscheinen vierteljährlich, die Leistungsklassen werden einmal im Jahr zum 30.09. berechnet.

Wie Bernd Greiner, Vizepräsident des DTB, in einem Interview erklärte, wäre es computertechnisch, wenn das System einmal steht, kein Problem, alle Ranglisten einschließlich der LK auch in kürzeren Abständen zu berechnen und zu veröffentlichen. Ob eine wöchentliche Rangliste und LK sinnvoll ist, weil da unter Umständen nur wenige Änderungen anfallen, sei einmal dahingestellt, aber bei der Vielzahl der Ranglisten- und LK-Turniere halte ich eine monatliche oder auch 14tägige Berechnung und Veröffentlichung von Ranglisten aller Altersklassen und der LK schon für erstrebenswert. Und was spräche dagegen, den willkürlichen Cut abzuschaffen und die Rangliste bis zum letztplatzierten Senioren zu veröffentlichen. Wie es die ITF auch macht.

Änderungen der Turnierordnung

Eine wesentliche Änderung in der Turnierordnung betrifft das „Nichtantreten“. Tritt ein Spieler dreimal oder häufiger pro Berechnungsjahr nicht an, so erhält er dafür einen Punkteabzug sowohl für die Rangliste als auch für das LK-System. Der Grund für das Nichtantreten ist dabei unerheblich; es ist auch nicht mehr nötig, ein Attest vorzulegen.

Bei den sogenannten „Doppelmeldungen“ wurden Vereinfachungen und Erleichterungen geschaffen. Der Spieler darf ein Turnier von Freitag bis Sonntag spielen, wenn er in der betreffenden Turnierwoche vorher bei einem anderen Turnier gestartet und dort Mittwoch oder Donnerstag ausgeschieden ist. Andererseits werden nicht erlaubte Doppelmeldungen wie ein Nichtantreten bestraft.

Im LK-System werden alle Spieler mit einer Ranglistenposition bei den Aktiven automatisch in die LK 1 gesetzt. Es ist geplant, nur noch die ersten 399 der Herren und die ersten 299 der Damen in die LK 1 zu setzen. Die Positionen 400 bis 700 bzw. 300 bis 500 sollen in die LK 2 eingeordnet werden.

Synchronisierung der Fest-LK

Die Synchronisierung der Fest-LK erfolgt auf Basis der Seniorenrangliste Stichtag 30.09.2015. Im Zuge der Fest-LK erfolgt keine Deckelung, es werden also keinerlei LK herabgestuft. Alle Spielerinnen und Spieler, die eine bessere LK haben als in der Fest-LK-Umsetzungsliste vorgegeben (Ranglisten- als auch Nichtranglistenspieler), behalten diese LK. Nur Spieler und Spielerinnen mit einem Rang in der Rangliste vom 30.09.15, deren LK schlechter ist, als die LK, die ihrem Rang laut Fest-LK-Umsetzungsliste entspräche, erhalten diese Fest-LK zugewiesen, werden also entsprechend verbessert. Somit erfolgt zum 31.12.15 auch keine Altersklassenkorrektur.

Fazit

Keine Rangliste dieser Welt kann exakt das abbilden, was man subjektiv unter Spielstärke versteht.

Ein noch so starker Senior, der aber nur seine Mannschaftsspiele, aber keine Turniere, bestreitet, wird niemals in der Rangliste ganz vorne stehen können. Für die LK gilt ähnliches. Wer nur seine Punktspiele absolviert, kann das Pech haben, dass er trotz gewonnener fünf Matches in der LK zurückfällt, weil seine Gegner LK-mäßig zu weit unter ihm standen.

Aber im allgemeinen bieten die Rangliste (für Turnierspieler) und die LK für alle Spielerinnen und Spieler schon ein recht gutes Leistungsabbild. Sollte es wirklich in Zukunft monatliche oder gar 14tägige Ranglisten und Leistungsklassen-Berechnungen geben, entspricht das Leistungsbild sogar in vielen Fällen dem augenblicklichen Leistungsvermögen eines Spielers und ist nicht ein Abbild der Spielstärke von vor einem halben Jahr oder gar älter. Dabei ist nie ganz auszuschließen, dass manche Grade 1 Turniere irgendwo in der Welt in Europa diesen Staus niemals erreichen würden. Insofern bleibt immer ein gewisses Maß an Unsicherheit und Unausgewogenheit.