Tennis allerlei

aufgelesen von Winfried Weidlich

Ein Sportreporter bei den US Open 2014:

Vania King ist gegen Serena Williams haushohe Außenseiterin.“

Nantenaina Ramalalaharivololona, 27-jährige Tennisspielerin aus Madagaskar macht es den Schiedsrichtern mit der Aussprache ihres Namens auch nicht leicht.

Die Britin Ann Haydon-Jones verlor bei den TT-Weltmeisterschaften 1957 alle drei Endspiele im Einzel, Doppel und Mixed jeweils im fünften Satz. Sie sattelte um auf Tennis und gewann 1961 und 1966 die French Open und 1969 Wimbledon.

Der Dänin Caroline Wozniacki bereitete ihre Frisur bei den US Open mächtig Probleme. Bei einem Schlag blieb sie mit ihren Haaren an ihrem Schläger hängen. Ihr Zopf hatte sich so um den Schläger gewickelt, dass sie keine Chance hatte, den Ball zu schlagen.

In einer großen deutschen Zeitschrift war 1989 zu lesen, dass der DTB zur Jahrtausendwende auf 5 Millionen Mitglieder wachsen könnte.

Auf der Hochzeit ihres Cousins 2011 tanzte Kim Clijsters barfuß – sie hatte die High Heels ausgezogen –, rasselte mit einer anderen Frau zusammen und verdrehte sich den Knöchel. Als sie weg hinkte, trat dann jemand anders auf ihren Zeh. Dadurch verpasste sie 2011 einen Großteil der Sandplatzsaison. Fazit: belgische Hochzeiten sind nicht ungefährlich.

Das Rasenturnier in Wimbledon existiert angeblich nur wegen eine kaputten Rasenwalze. 1877 ging diese Walze, die den Rasen damals nicht für Tennis, sondern für Croquet schnitt, kaputt und Geld für die Reparatur war keines vorhanden.  Der Vorstand des Clubs kam auf die Idee, ein Tennisturnier zu veranstalten  Der Reinerlös von 20 Pfund  war hoch genug, um die Walze zu reparieren und nebenbei eine Jahrhundert-Tradition zu beginnen.

Nicolas Kiefer, Co-Kommentator bei der Fed-Cup Begegnung Deutschland-Australien, als Angelique Kerber einen Winner schlug:“Der Arm läuft gut bei Angie.

Matthias Stach, Kommentator beim Davis Cup Spiel Deutschland gegen Frankreich im Spiel Struff gegen Simon über Jan-Lennart Struff im ersten Spiel des fünften Satzes: „Er ist jetzt etwas groß im Schritt geworden“

Der Kalorienverbrauch beim Sport ist deutlich höher als beim Sex.  Das ergab eine Studie der Universität Quebec. 21 Paare zwischen 18 und 35 Jahren joggten unter Aufsicht eine halbe Stunde in gemäßigtem Tempo auf dem Laufband und gingen anschließend zum Liebesakt in den eigenen vier Wänden über. Der Energieverbrauch wurde jeweils aufgezeichnet und anschließend verglichen. Während der 30-minütigen Laufeinheit verbrannten die Männer im Durchschnitt 276 Kilokalorien, die Frauen 213 kcal. Beim Sex, auch 30 Minuten lang, war der Kalorienverbrauch deutlich niedriger: Männer verbrauchten 101 kcal, Frauen gerade einmal 69 kcal. Leider wurde nicht untersucht, wie viel Kalorien beim Sex auf dem eingeschalteten Laufband verbraucht wurden.

Umfragen haben ergeben, dass Frauen und Männer sportliche Partner bevorzugen. Frauen mögen besonders Schwimmer und Fußballspieler, Männer Turnerinnen und Eiskunstläuferinnen. Tennisspieler standen bei den Damen auf Platz 5, Tennisspielerinnen bei den Herren auf Platz 4 der Beliebtheitsskala.

Bei einem Damendoppel 2014 in den USA zwischen Martina Hingis/Anastasia Rodinova und Taylor Townsend /Lisel Huber traf Townsend  gleich zu Beginn des ersten Satze ihre Partnerin mit einem verunglückten Schlag am Kopf. Huber konnte nicht weiterspielen, Townsend gab aber nicht auf und spielte alleine weiter. Da sie auf  der Seite von Huber nicht returnieren durfte, kassierte sie dort ein Ass nach dem anderen. Immerhin gewann sie insgesamt drei Punkte und  wurde von den Zuschauern, die voll auf ihrer Seite standen, mit Standing Ovations verabschiedet.

Auch Profis können schwächeln:
Jana Novotna konnte 1995 bei den French Open in der 3.Runde gegen Chanda Rubin selbst eine 5:0 und 40:0 Führung im entscheiden Satz nicht verwerten. Sie verlor. Michael Stich vergab 1995 gegen Andrej Tschesnokow neun Matchbälle im alles entscheidenden Davis-Cup-Spiel gegen Russland. Und sage und schreibe 18 Matchbälle vergab der Italiener Giorgi di Stefani 1930 im Daviscup  gegen Wilmer Allison  (USA).

Der klassische Grand-Slam, also alle vier Grand-Slam-Turniere im selben Jahr gelang nur zwei Männern und drei Frauen. Don Budge (1938), Rod Laver (1962 und 1969),  Maureen Connolly (1953), Margaret Smith Court (1970)  und Steffi Graf (1988). Letztere gewann in diesem Jahr auch Olympia-Gold und holte damit den Golden-Slam.

In den 70ern war aber auch nicht alles besser. Der Südafrikaner Bob Hewitt, immerhin Gewinner von insgesamt 15 Grand-Slam-Turnieren im Doppel und Mixed, geriet mit dem Briten Roger Taylor in Berlin aneinander. Anschließend in der Kabine flogen die Fäuste. Taylor als ehemaliger Amateurboxer siegte locker.

Gottfried von Cramm dagegen war immer ein Gentleman. Nachdem er in einem  Wimbledon-Finale wegen einer Zerrung nicht die erwartete Leistung erbrachte, ließ er über Lautsprecher mitteilen: “Herr von Cramm bedauert, dass er nicht besser spielen konnte”.

Im Tennis wird es mit über 100 schwierig. Nicht so beim Golf.  Der US-Amerikaner Gus Andreone  stellte 2014 einen neuen Altersrekord auf, als er auf dem Lakes Golfkurs in Sarasota, Florida, ein Hole-in-One schlug – mit 103 Jahren!

Normale Kinder verbringen ihre Kindheit in der Stadt oder auf dem Land, an der See oder in den Bergen auf. Tenniskinder sind da eingeschränkter. Wie Sportreporter immer wieder betonen, werden Tenniskinder entweder auf Hartplatz groß oder wachsen auf roter Asche auf.

In der Hall of Fame des deutschen Sports, einer virtuellen Stätte im Internet zur Ehrung deutscher Sportler sowie von Persönlichkeiten des Sports im ehrenamtlichen Bereich, Mäzenen und anderen Personen, die durch Leistung, Fairplay und Miteinander Vorbild geworden sind, sind nur drei Tennisspieler vertreten: Cilly Aussem, Gottfried von Cramm und Stefanie Graf. Bernhard Kempa, 1987 Tennis-Weltmeister im Herren-Doppel AK 65, wurde als Handballer aufgenommen.

Der Airbus A380 hat ein Volumen von 1570 Kubikmetern. Das entspricht 4,5 Millionen Tennisbällen. Mathematisch genial berechnet, aber für das reale Leben völlig unbedeutend.

1984 gewann Vicki Nelson-Dunbar aus Südafrika beim Turnier in Richmond in der ersten Runde gegen Jean Hepner aus den USA mit 6:4, 7:6. Insgesamt dauerte das Match  6:31 Stunden. Der Tiebreak des zweiten Satzes dauert 1:47 Stunden. Beim längsten Ballwechsel überquerte der Ball 643mal das Netz. Allein dieser Punkt dauerte 29 Minuten.

Bei Senioren sorgt regelmäßiges Tennis spielen für eine enorme Verbesserung der körperlichen Fitness, die manchmal sogar mit der jüngerer Spieler vergleichbar ist. Eine amerikanische Studie hat gezeigt, dass Tennisspieler zwischen 31 und 55 Jahren über eine überdurchschnittliche Ausdauer, einen niedrigeren Ruhepuls und Blutdruck verfügen als aktive, jedoch nicht Tennis spielende Altersgenossen. Darüber hinaus zeichnen sie sich durch einen signifikant geringeren Körperfettanteil und eine stark verbesserte Reaktionsfähigkeit aus.

Jimmy Connors gewann die US Open von 1974 bis 1978 auf drei verschiedenen Bodenbelägen: 1974 und 1976 in Forest Hills einmal auf Gras, einmal auf Sand und1978 in Flushing Meadows auf Hartplatz.

Aus einem Turnierbericht: “Der Sieger fiel seiner 7-Monate alten Tochter glücklich in die Arme.“

Bei der Sendung „Der Quiz Champion“ im ZDF am 12. September lautete die Frage: „Ein Davis-Cup-Match zwischen zwei Tennis-Nationen setzt sich zusammen aus Begegnungen in der Reihenfolge….?“ Sportexpertin Katrin Müller-Hohenstein wählte die Antwort: “ein Einzel–zwei Doppel-ein Einzel.“

Großbritannien bittet ausländische Sportler ordentlich zur Kasse. Bei Tennisturnieren müssen von den Preisgeldern 50% Quellensteuer abgeführt werden. Zusätzlich muss er 50% Steuern auf seine gesamten Werbeeinnahmen zahlen, heruntergerechnet auf die Zeit, die er in England trainiert oder spielt. 14 Tage Wimbledon kosten 5% (14 Tage= 5% von 280 Arbeitstagen im Jahr). Bei Spitzenverdienern kann das ganz schön ins Geld gehen. Fußballer, die in der Champions League in Endland antreten müssen, sind von dieser Besteuerung übrigens befreit.

1996 beim Endspiel des HopmanCups zwischen Kroatien und der Schweiz übersieht die Schiedsrichterin beim zweiten Matchball für die Schweiz einen Ausball von Ivanisevic. Rosset regt sich so auf, dass er nach dem viertem vergebenen Matchball seine Faust gegen eine Werbebande haut. Ein Spiel später muss er aufgeben: Ein Haarriss im kleinen Finger. 150.000 Dollar Siegprämie futsch und auch die Australian Open verpasst.

Insgesamt 250 Ballkinder sind in Wimbledon im Einsatz. Gleich viele Jungen und Mädchen werden von den benachbarten Schulen nach einem Auswahlprozess nominiert. Ab Ostern trainieren die Kinder, die alle um die 15 Jahre alt sind, an vier Tagen pro Woche für je zwei Stunden und erhalten dafür rund 150 Pfund Lohn. Die Ballkinder dürfen ihre Tätigkeit auch im Lebenslauf erwähnen.

Kommentator Matthias Stach während der French Open: “Auf diesem Platz sitzt Ion Tiriac seit Jahrzehnten“. Dazu Co-Kommentator Nicolas Kiefer: “Aber ab und zu fährt er auch nach Hause.“

Das letzte Match, das in Wimbledon mit weißen Bällen ausgetragen wurde, war 1985 das denkwürdige Finale Becker gegen Curren mit dem ersten Wimbledonsieg für Boris. Seit 1986 wird in Wimbledon mit gelben Bällen gespielt.