Offener Brief an die Landesregierung NRW

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Laschet,
sehr geehrte Frau Staatssekretärin Milz,
sehr geehrter Herr Staatssekretär Liminski,
sehr geehrter Herr Klett,
sehr geehrter Herr Dr. Nießen,

wie alle von den pandemiebedingten rechtlichen Einschränkungen betroffenen Menschen in Nordrhein-Westfalen blicken auch die nahezu 300.000 Tennisspieler im Land und wir als ihre Verbandsvertreter mit sorgenvollem Interesse auf die nun zu erwartende nächste konkrete Ausformulierung der Coronaschutzverordnung unseres Bundeslandes.

Der Tennissport in NRW mit seinen aktiven Sportler*innen, aber auch mit seinen vielen Trainer*innen, für die die Möglichkeit der Ausübung kein Hobby, sondern die Grundlage des Lebensunterhaltes darstellt, hat schon über viele Monate hinweg durch das bis weit in den Februar hinein gültige Verbot mehr gelitten als in angrenzenden Bundesländern, in denen weniger restriktive Maßnahmen für die Individualsportart Tennis getroffen wurden, ohne dass dieses Mindestmaß an Möglichkeiten zur Ausübung des Tennissports das Infektionsgeschehen negativ beeinflusst hätte: Die Schutzkonzepte zum Beispiel in Niedersachsen und Hessen haben sich (genau wie die der Verbände in NRW im letzten Sommer) auch über den Winter hinweg erfolgreich bewährt.

Zu einem Zeitpunkt, an dem hier in NRW seit wenigen Wochen Tennis zumindest im Freien unter umfänglichen Sicherheitsauflagen endlich wieder ermöglicht wurde, hören wir nun Aussagen des Ministerpräsidenten Armin Laschet, dass in Nordrhein-Westfalen die Umsetzung der sogenannten „Notbremse“ auch eine erneute Schließung aller Sportanlagen beinhalten wird.

Das weckt Befürchtungen, dass selbst die erst im Februar endlich ansatzweise eingeführte sportartspezifische Differenzierung, die das Einzelspiel und Einzeltraining im Individualsport Tennis im Freien schon vor den schrittweisen Lockerungen in anderen Sportbereichen ermöglichte, einer erneuten pauschalen Schließung aller Sportanlagen zum Opfer fällt.

Wir appellieren dringend an Sie, sich kurzfristig aus ihren Ämtern und Funktionen heraus dafür einzusetzen, dass ein Rückschritt zum kompletten Tennisverbot bei der anstehenden Neuformulierung der Coronaschutzverordnung NRW verhindert wird.

Der durch ein erneutes und von den Regelungen in angrenzenden Bundesländern stark abweichendes komplettes Tennisverbot in NRW angerichtete Flurschaden wäre nicht nur in dem direkten Sinne groß, dass erneut ohne ersichtliche objektive Notwendigkeit vielen Menschen die Ausübung ihres Sportes und/oder ihres Berufes komplett verwehrt wird. Auch die Akzeptanz der kompletten Maßnahmenpakete über den Sport hinaus würde bei vielen Betroffenen weiter extrem leiden, wenn in diesem Bereich rational nicht nachvollziehbare Restriktionen ausgerechnet zu einem Zeitpunkt erneut in Kraft treten, an dem das Tennisspiel aufgrund des aufkommenden Frühlings tatsächlich eine der wenigen Möglichkeiten für Sportler*innen jeden Alters ist, sich mit größtmöglicher Sicherheit sportlich zu betätigen und aktiv etwas für ihre physische und psychische Gesundheit zu tun.

Deswegen noch einmal unsere eindringliche Bitte: Tragen Sie dazu bei, dass die kommende
Coronaschutzverordnung Tennis als Individualsport differenziert betrachtet und nicht durch pauschale Maßnahmen, die auch wir unseren Mitgliedern nicht vermitteln können, unnötig Sport verhindert.

Mit freundlichen Grüßen