Kommunikation in Corona-Zeiten

von Winfried Weidlich

Die Kommunikation des DTB

Zu Beginn der Corona-Krise waren die Informationen auf der Seite „Tennis National“ des DTB sehr ausführlich und hilfreich (Veröffentlichungen vom 16.03., 18.03., 23.03., 25.03., 30.03.).
Die Absage der Tennis-Bundesliga-Saison am 09.04. schaffte rechtzeitig Klarheit und Planungssicherheit.

Leider hatten Veröffentlichungen in der folgenden Zeit zwischen dem 09.04. bis hin zum 25.05. (DTB-Präsidium mit Beschlüssen zum Wettspielbetrieb) eher Seltenheitswert.

Lockerungen in einzelnen Bundesländern betreffen natürlich eher die Landesverbände als den DTB in seiner Gesamtheit. Trotzdem wäre ich in dieser sehr undurchsichtigen Lage für jede Information dankbar gewesen.

Ich gehe davon aus, dass der DTB in dieser wichtigen Zeitspanne der Corona-Kriese ständig mit den Regionalligen und den Landesverbänden in engem Kontakt und Meinungsaustausch über zukünftiges gemeinsames Planen und Handeln stand.
Daran zu zweifeln, habe ich keinen Anlass.
Eine Kommunikation, die diesen Namen verdient, hat aber auf der Webseite des DTB meiner Meinung nach nicht oder nur bedingt stattgefunden, wie die vielen in den sozialen Medien gestellten Fragen und geäußerten Unsicherheiten bestätigen.
Um nur ein Beispiel zu nennen:
Nach dem Tod von Jürgen Vollstädt hat sicher bis zur Benennung eines Nachfolgers irgendjemand in der Geschäftsstelle des DTB diesen Aufgabenbereich übernommen.
Aber: in der Rubrik „Der Seniorenreferent informiert – News aus dem Seniorenbereich“ wurde seit dem 28. Januar 2020 nicht eine einzige Nachricht veröffentlicht.

Hat es in den letzten vier Monaten wirklich für Seniorinnen und Senioren keine interessanten und wichtigen Nachrichten mehr gegeben?

Die Kommunikation der Regionalligen

Die RL Süd-Ost hat die Vereine mit Mannschaften in der RL, Sportwarte und Mannschaftsführer (Datum des Schreibens ist mir nicht bekannt) wegen möglicher Mannschafts-Abmeldungen angeschrieben. Am 21.05.2020 wurde die Saison abgesagt, nachdem sich 74 % der Mannschaften abgemeldet haben. Wie viele Mannschaften in den einzelnen Altersklassen abgemeldet haben, ist nur in der Absage an den o.a. Personenkreis ersichtlich, aber leider nicht auf der Webseite veröffentlicht.
Wenn wirklich die Absage der Saison ohne vorherige Information der anderen Regionalligen erfolgt ist, sollten die Verantwortlichen der RL Süd-Ost diese Art der Nicht-Kommunikation für die Zukunft vielleicht noch einmal überdenken.

Die RL West hat die Mannschaften am 14.05.2020 wegen möglicher Mannschafts-Abmeldungen direkt angeschrieben. Die Abmeldungen von Mannschaften wurde laufend aktualisiert und einen Tag nach Ablauf der Abmeldefrist stand fest, wie viele Mannschaften in den einzelnen Altersklassen abgesagt hatten. Die derzeitige Planung ist, dass auch in Gruppen mit weniger als vier Mannschaften gespielt werden soll.

Die RL Nord-Ost hat die Mannschaften am 19.05.2020 wegen möglicher Mannschafts-Abmeldungen direkt angeschrieben und gleichzeitig dieses Schreiben auf ihrer Webseite veröffentlicht. Nach dem Abmeldedatum 26.05. wurde mit Datum 27.05. auf der Webseite die neue Gruppeneinteilung veröffentlicht. Es werden in den AK nur die Herren 30 und 40 starten.

Die RL Süd-West hat am 16.05.2020 Regularien zur Mannschafts-Abmeldung auf ihrer Webseite veröffentlicht. Am 30.05. 2020 wurde der neue Spielplan veröffentlicht, wonach nur die AK 30 und AK 75 der Herren den Spielbetrieb aufnehmen. Leider ist nicht zu sehen, wie viele Mannschaften in den einzelnen Altersklassen abgemeldet haben.

Ein vorläufiges Fazit:
Die vier Regionalligen haben unterschiedliche Wege der Information gewählt. Alle Regionalligen haben frühzeitig in ihrem Bereich über mögliche Mannschafts-Abmeldungen und die damit zusammenhängenden Regularien informiert und auch sehr schnell auf die Abmeldungen reagiert:
– die RL Süd-Ost mit der Abmeldung am 21.05.
– die RL Nord-Ost mit einer Veröffentlichung der Gruppen mit Datum 27.05.
– die RL Süd-West mit der Veröffentlichung der neuen Spielpläne am 30.05.
– die RL West mit der laufenden Aktualisierung der Gruppen.

Mit der Kommunikation der Regionalligen kann man insgesamt sehr zufrieden sein.

Die Kommunikation der Landesverbände

Die Kommunikation der Landesverbände in der Corona-Krise gestaltete sich sehr unterschiedlich.
Ich will mich nicht in Einzelheiten verlieren, daher nur so viel:
In einzelnen Landesverbänden war die Kommunikation nahezu vorbildlich. Lockerungen oder neue Regelungen wurde tagesaktuell eingearbeitet und alle Tennisfreunde konnten sich tatsächlich stets auf dem Laufenden halten. In anderen Landesverbänden war die Kommunikation gut bis ausreichend und in einigen wenigen nach meinem persönlichen Empfinden eher unzureichend.

Wir haben uns bemüht, auf unserer Webseite „Planungen für die Sommersaison 2020“ die Regelungen aller Landesverbände auf einer Seite übersichtlich darzustellen.
Dazu habe ich mich täglich (oder so gut wie täglich) auf den Webseiten aller Landesverbände umgeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Landesverbände mit der aktuellsten und besten Kommunikation auch die intuitiv am leichtesten zu erfassenden und übersichtlichsten Webseiten hatten.
Auf anderen Seiten habe ich mich schwer getan, die von mir gesuchten Veröffentlichungen überhaupt zu finden.

Die Übersichtlichkeit einer Webseite ist oft vom Betrachter abhängig – und insofern ist meine Empfindung durchaus subjektiv. Aber schauen Sie sich in einer stillen Stunde oder einem verregneten Tag die Webseiten der verschiedenen Verbände einmal an – interessenhalber.

Ich wollte an sich keinen Landesverband hervorheben, aber ich halte es schon für berichtenswert, dass im Zuge der Doppel-Problematik (erlaubt oder verboten) der Tennis-Verband Niederrhein alle Gesundheitsämter seines Zuständigkeitsbereichs angeschrieben und die Antworten auf seiner Webseite allen zugänglich gemacht hat.
Das nenne ich tatsächlich perfekte Information.