IPIN 2020 – fast alles wird neu

Winfried Weidlich

Wir berichteten bereits 2018 von den Neuerungen, die die ITF für die kommenden Jahre zu planen schien. Mit der Veröffentlichung vom 29. Juli 2019 „ITF SENIOR CIRCUIT 2020 Changes “ werden ab 2020 Neuerungen eingeführt, die alle Turnierspieler betreffen. Wir empfehlen, die Ankündigungen der ITF im Original zu lesen.

Was ändert sich ab 01. Januar 2020?

Die wichtigste Änderung betrifft die IPIN, die „International Player Identification Number”.
Bisher musste die IPIN, ohne die eine Teilnahme an ITF-Turnieren nicht möglich ist, jährlich gegen eine Gebühr von 25 $ verlängert werden.

Ab 2020 wird für die IPIN keine Vorauszahlung mehr verlangt. Statt dessen wird den Spielern pro Turnier eine ITF / IPIN Servicegebühr zusätzlich zum Nenngeld berechnet. Die ITF / IPIN Servicegebühr wird für jedes Turnier neben dem Nenngeld erhoben. Die Gebühr beträgt 8,00 Dollar pro Turnier. Turniere, die Eintrittsgelder in Euro einziehen, sind berechtigt, EUR 7,00€ statt USD $8,00 einzuziehen. Diese Gebühr ist bei der Anmeldung deutlich anzugeben, mit dem Nenngeld zu bezahlen und vom Turnier-Veranstalter mit der ITF abzurechnen. Dieses Verfahren ist im Grunde dasselbe wie die Zahlung und Abrechnung des DTB-Turnierteilnehmerentgeltes bei DTB-Turnieren.

Es ist leicht auszurechnen, dass ein Spieler bei der Teilnahme an einem oder zwei Turnieren im Jahr weniger, ab der vierten Teilnahme an einem ITF-Turnier aber mehr zahlt als nach der alten Regelung.

Für mich bedeutet diese neue Regelung, dass, wie bei der ID-Nummer des DTB, sich die IPIN jedes Jahr automatisch verlängert und die lästige, umständliche und nicht gerade einfache Verlängerung der IPIN auf der Webseite der ITF entfällt. Wer einmal eine IPIN besitzt, behält diese ein Tennis-Leben lang.

Das neue System IPIN 2 soll deutlich benutzerfreundlicher werden. Wie das im Einzelnen aussehen wird: lassen wir uns überraschen.
Aber benutzerfreundlicher bedeutet wohl nicht, dass die IPIN-Seite auch in deutscher Sprache zur Verfügung gestellt wird.
Das befürchte ich zumindest.
Aber es wäre ja schon ein großer Vorteil, dass man nicht jedes Jahr, sondern nur einmal diese Prozedur durchzustehen hat.

Neues für Turnier-Veranstalter

Die Turnier-Veranstalter sind verpflichtet, die IPIN – Servicegebühr neben dem Nenngeld für das Turnier zu erheben. Beide Beträge müssen zur gleichen Zeit in einem Arbeitsgang eingezogen werden. Online-Zahlungsoptionen werden von der ITF empfohlen, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren.

Jeder Turnier-Veranstalter musste auch bisher schon Gebühren an die ITF abführen. Diese sind auch weiterhin nach der Kategorie eines Turniers gestaffelt. Ab Januar 2020 wird es zu einer Erhöhung der Gebühren kommen. Bei den Grade 4 – Turnieren wird es eine finanzielle Sonderregelung geben, wenn weniger als 100 Teilnehmern starten.

Gebühren an die ITF, die vom Turnier-Veranstalter ab 2020 zu zahlen sind

Grade RC1 = $ 950
Grade A = $ 850
Grade 1 = $ 750
Grade 2 = $ 500
Grade 3 = $ 375
Grade 4 = $ 250

Gebühren an die ITF, die vom Turnier-Veranstalter bis 2019 zu zahlen waren

Grade RC1 = $ 915
Grade A = $ 815
Grade 1 = $ 715
Grade 2 = $ 480
Grade 3 = $ 360
Grade 4 = $ 245

Die neue Turnier-Struktur der ITF ab 2021

Ab 2021 soll es sechs verschiedene Turnier- Kategorien geben( tier = Stufe).
2020 werden die bisherigen Turniere bewertet und diesen Turnieren Kategorien zugeteilt. Auch Höherstufungen oder Abstufungen sind möglich.

Bewertungskriterien sind

ITF Tournament Evaluation Score, eine von der ITF intern berechnete Zahl, die sich auf Grund der Ranglistenpositionen der Spieler und der Größe des Feldes ergibt. Dieses Bewertungskriterium ist die wichtigste Messgröße für die Einstufung eines Turniers .

Tournament Delivery Standards mit der Spieler-Turnier Feedback-Umfrage, dem Schiedsrichterbericht und dem Bericht des Turnierleiters

die Feedback-Umfrage zum Turnier mit Fragen nach der Kommunikation, Planung, Durchführung, Veranstaltungsstätten, Platzqualität, Events, Preis-Leistungsverhältnis u.ä. Fragen

Regional Balnce for the Ciruit, also die regionale Ausgewogenheit.
Im Jahr 2018 gab es insgesamt 438 Turniere:
7 Turniere in Afrika (2%)
14 Turniere in Ozeanien (3%)
32 Turniere in Asien (7%)
325 Turniere in Europa (74%)
26 Turniere in Nord- und Mittelamerika (6%)
34 Turniere in Südamerika (8%)
Einerseits sollen diese weltweiten Ungleichgewichte ausgeglichen werden, aber auch in bestimmten Regionen sollen ausgleichende Änderungen erfolgen.So soll z.B. Europa mit seiner hohen Zahl an Turnierspielern und Turnieren eine höhere Anzahl von Veranstaltungen in jeder Klasse zugewiesen werden.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Bericht der ITF. Weitere Einzelheiten würden an dieser Stelle zu weit führen. Wir empfehlen daher die Lektüre des Berichtes, obwohl er leider bisher nur in Englisch vorliegt.

Das ab 01. Juli 2019 gültige Punktesystem