Gedanken über Punktabzüge bei der Ranglistenberechnung

Aus der Turnierordnung des DTB

§ 23 Zurückziehen der Nennung nach der Auslosung
1. Wenn ein Spieler innerhalb eines Auswertungszeitraums einer Ranglistenberechnung mehr als zwei Mal nach der Auslosung zu einem seiner Wettspiele im Turnierverlauf nicht antritt, wird er ab dem dritten Nichtantreten – ohne Berücksichtigung der Gründe des Nichtantretens – mit Punktabzügen bei dieser Ranglistenberechnung bestraft.
2. Die Höhe der Punktabzüge wird in den Durchführungsbestimmungen zur Ranglistenordnung (Senioren, Aktive und Jugend) bzw. zur Leistungsklassenordnung des
DTB festgelegt.
3. Nichtantreten innerhalb der »Kästchenspiele« (»Round Robin«, »Jeder gegen Jeden«) gilt als einmaliges Nichtantreten.
4. Ein Spieler, der im Verlauf eines Turniers zu einem seiner Wettspiele nicht antritt, ist
nicht berechtigt, an weiteren Wettspielen des entsprechenden Wettbewerbs (z. B. Nebenrunden oder weiteren Wettspielen bei Kästchenspielen) teilzunehmen.

Das Bewertungsprotokoll eines Senioren könnte dann wie folgt aussehen:
(ein Beispiel aus der Praxis)

Bewertungsprotokoll

Turnier

TurnierNr.

AK

Kat.

 

Rnd.

Punkte

Tur.-Ende

6. RTHC Senior Open Leverkusen

6332516

M70

S-1

HF

VF

422,0

11.09.2016

26. Krefeld-Open DTB Senior Mastertur

7385516

M70

S-1

HF

VF

422,0

17.07.2016

10. ICC-GmbH-Cup 2016 im TP St. Flori

2515716

M70

S-4

HF

SIEG

422,0

16.05.2016

10. RTC-Sponsoring-Turnier supported

7414816

M70

S-2

HF

HF

422,0

10.04.2016

TVN Seniors Open 2016

7401116

M70

S-A

HF

8F

395,0

10.07.2016

41st European Seniors Open M65-M85 W6

22372817

M70

S-1

HF

8F

316,0

13.01.2017

11. Badwerk Cup (ITF Senior Circuit)

7383116

M70

S-2

HF

VF

316,0

23.07.2016

10. JSL Senior Open Leverkusen

6347216

M70

S-1

HF

8F

316,0

30.04.2016

Ranglistenpunkte

3.031,0

Punktabzug aufgrund 3-maligen Nichtantretens

-303,0

Gesamtpunktzahl

2.728,0

Grundsätzlich ist gegen diese Regelung des Punktabzuges bei dreimaligem Nichtantreten nichts einzuwenden. Die frühere Regelung, dass bei Vorzeigen eines Attestes das Nichtantreten ohne Punktabzug blieb, führte im Endeffekt zu zusätzlichem organisatorischen Aufwand und war ohnehin Makulatur. Senioren, die ein Elektronenmiskroskop oder mindestens eine starke Lupe in der Tennistasche mitführen, um strittige Bälle überprüfen zu können, hatten in aller Regel auch ein Geheimfach in dieser Tasche mit bereits vorgedruckten Attesten in verschiedener Form. Jetzt ist die Regel eindeutig und gilt ohne Ausnahme für jede Spielerin und jeden Spieler. Kann man so machen.
Nun gibt es aber auch seltene Situationen, in denen ein Spieler aus wichtigen unvorhersehbaren Gründen nicht antreten kann. Man kann natürlich argumentieren, dass in Situationen, in denen ein Antreten aus wichtigen Gründen nicht möglich ist, auch die Ranglistenpunke bedeutungslos werden. Generell akzeptiert, denn in KO-Runden behält der Spieler ja auch die bis zum Ausscheiden bzw. Nichtantreten erzielten Punkte.

Aber nehmen wir folgende Situation als Beispiel:
Ein Spieler kann zu seinem ersten Spiel (Kästchenspiel) infolge eines Kfz-Unfalls auf dem Weg zum Spielort nicht antreten. Da er das erste Spiel versäumt, darf er auch zu den weiteren geplanten drei Spielen (5er-Kästchen) nicht antreten, auch wenn er zum nächsten Spiel spielbereit wäre. Er darf also wegen des ersten unverschuldeten Nichtantretens kein einziges weiteres Spiel mehr absolvieren, obwohl er die Konkurrenz sogar noch gewinnen könnte.

In einem derartigen Fall – sicher sehr selten, aber durchaus vorstellbar -könnte ich mir eine Regelung vorstellen, nach der der Oberschiedsrichter – und nur der OSR – über eine Ausnahme von dieser Regel entscheiden und den Spieler für die weiteren Spiele zulassen  kann. Für mich ist jeder OSR eine Respekts- und Vertrauensperson, der man eine derartige Entscheidung ohne jeglichen Zweifel überlassen kann – im Sinne der Spieler und im Sinne des Sports.
Es wäre zumindest einen Versuch wert.