Gedanken über die Informationspolitik des DTB

von Winfried Weidlich

Es könnte so einfach sein.

Nach einer Mitgliederversammlung informiert der DTB auf seiner Internetseite über die dort gefassten Beschlüsse: über die Erhöhung schon bestehender Gebühren, die Einführung neuer Gebühren, Regeländerungen im Bereich des DTB und was immer auf der Mitgliederversammlung beschlossen wurde.

Im Idealfall werden wir als Betroffene über alle wesentlichen Entscheidungen einer Mitgliederversammlung informiert. Denn in den „Richtlinien der Verbandsführung des Deutschen Tennis Bundes“ ist die Informationspflicht des DTB  geregelt.

Auf  der Internetseite des DTB „Daten & Fakten“ ist zu lesen:

„Der Deutsche Tennis Bund ist mit über 1,4 Millionen Mitgliedern der größte Tennisverband der Welt.“

Daraus zu folgern, der DTB hätte eine Informationspflicht uns gegenüber, da wir ja seine Mitglieder sind,  wäre aber ein falscher Schluss. Wie ich es sehe, hat rein formal der DTB  keineswegs  die Pflicht, uns über die Beschlüsse der Mitgliederversammlung zu informieren.

Denn: Wir Tennisspielerinnen und Tennisspieler sind keine Mitglieder des DTB.

Mitglieder des DTB sind gemäß Satzung nur die 18 Landesverbände als Ordentliche Mitglieder und die Ehrenpräsidenten und Ehrenmitglieder.  So hat der DTB-Präsident völlig korrekt gehandelt, dass er auf der Internetseite des DTB  nur ganz allgemein über Erhöhungen und Einführung neuer Gebühren informiert und erst  in einer Mail an die Landesverbände  konkret die entsprechenden Zahlen genannt hat.

Ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass Landesverbände Wert darauf legen, zuerst informiert zu werden und der DTB diese Informationspflicht natürlich zuerst erfüllt.

Aber könnte nicht der DTB, wenn er seine Informationspflicht gegenüber den Landesverbänden erfüllt hat, auch allen Tennisspielerinnen und Tennisspielern die Beschlüsse der Mitgliederversammlung bekanntgeben.

Zumindest diejenigen Beschlüsse, die uns alle betreffen: Gebühren, Beiträge, Regeländerungen und ähnliches.  Und das möglichst zeitnah. Diese Geheimniskrämerei um Beschlüsse und wie sie zustande gekommen sind, hat mit Transparenz recht wenig zu tun.

Noch einmal die „Richtlinien der Verbandsführung des Deutschen Tennis Bundes“:

„Die Richtlinien  sollen  die  Transparenz  und  Integrität  fördern,  um  das  Vertrauen  in  die Glaubwürdigkeit des DTB und seiner Organisation zu stärken. „ 

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Quelle: DTB – Daten, Fakten und  Richtlinien der Verbandsführung des Deutschen Tennis Bundes