Ein neues LK-System – wie und wann?

Ein Kommentar von Winfried Weidlich

Die schlechte Nachricht vorweg: zum 30. September 2019 wird sich am LK-System nichts ändern; der Start des neuen Systems soll am 01.10.2020 sein. Aber das war es dann auch schon mit den schlechten Nachrichten.

Denn, auch wenn wenig über die Arbeit des zuständigen Ausschusses an die Öffentlichkeit dringt, hinter den Kulissen wird fieberhaft gearbeitet.
Aber was für mich noch wichtiger ist:
Dieser Ausschuss für Ranglisten und Leistungsklassen geht mit sehr großem Sachverstand an seine Aufgabe heran. Durch die Vorgabe des DTB-Präsidiums, dass Niederlagen im neuen System keinen Niederschlag finden dürfen, war das österreichische System vom Tisch und der Gestaltungsraum des Ausschusses sehr beschnitten, aber genau diese Einschränkung führt dazu, dass die Experten kreative neue Wege für ein gerechtes, transparentes und von den meisten Betroffenen anerkanntes System beschreiten, wie man hört.
Und wenn ich Experten schreibe, dann meine ich auch Experten. Denn rund um einen Mathematiker, der auch Tennis spielt, und einen aktiven sehr guten Tennisspieler, der fast alles über Ranglisten und LK-System weiß, hat sich im Ausschuss eine Menge Sachverstand zusammengefunden.

Dieser Auschuss hat jetzt ein neues Punktesystem erarbeitet. Damit soll sichergestellt werden, dass die Spielstärkedarstellungen deutlich verbessert werden, und sich damit die Mannschaftsaufstellungen wieder gerechter darstellen lassen.

Ich kenne die Einzelheiten des neuen Systems nicht, kann also nur über die grobe Richtung, in die es zu gehen scheint, Vermutungen anstellen und das wiedergeben, was ich hier und da so aufgeschnappt habe.

Es wird sicher eine neue Punkteberechnung geben. Wie bisher wird es Punkte für Siege gegen LK-stärkere Gegner und gegen LK-schwächere Gegner geben. Die Relationen zwischen den Punkten für einen Sieg gegen die eigene LK, eine oder mehrere LK besser oder eine oder mehrere LK schlechter, werden mathematisch berechnet und in einem angemessenen und ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Ebenso die zu erreichenden Punktzahlen für einen Aufstieg in die nächste LK.
Neu wird sein, dass man nicht mehr Gegner mit besserer LK schlagen muss, um die eigene LK zu verbessern. Es wird also in Zukunft nicht mehr passieren, dass trotz sechs gewonnener Spiele in den Punktspielen sich die eigene LK verschlechtert.

Die Doppel-Wertung soll mit in die LK-Einzel-Wertung einfließen. Auch hier werden die Punkte für ein gewonnenes Doppel in einem ausgewogenen prozentualen Verhältnis zu den Punkten im Einzel stehen.
Und der Ausschuss wird sich auch eine Lösung für den Stau bei den unteren LK einfallen lassen, denn in diesem Bereich muss dringend etwas geschehen.

Nun gibt es bei dem Ganzen ein zeitliches Problem.
Ein neues System, und neu wird das System auf jeden Fall werden, muss programmiert und getestet werden, um zu sehen, ob es funktioniert – und auch so funktioniert, dass möglichst nach der Einführung einige Jahre damit gespielt werden kann. Und diese Testphase dauert, weil mit neuen Parametern alte vorhandene Daten zu berechnen sind. Und das braucht eben Zeit.

Mir persönlich ist die Einführung eines funktionierenden Systems 2020 lieber als die schnelle – vielleicht zu schnelle – Einführung 2019.

Nicht umsonst heißt ein bekanntes deutsches Sprichwort:
Gut Ding will Weile haben.