51. Deutsche Meisterschaften der Seniorinnen und Senioren

15. – 24. Februar 2019
DTB S-A

Inhalt
1. Zusammenfassung
2. Die Deutschen Meister 2019
3. Qualifikation oder nicht – das ist die Frage
4. Bildergalerie

Die Zusammenfassung

Fast 600 Meldungen in den Einzeln der Altersklassen 40 bis 85 bei Damen und Herren, und dann noch zwölf Doppel- und Mixed-Konkurrenzen bei den 51. Deutschen Hallenmeisterschaften der Senioren und Seniorinnen im TVN Tennis-Zentrum Essen: Es war ein riesiges Programm, das die Turnierleitung in den vergangenen zehn Tagen perfekt vorbereitet und bewältigt hat.

Damen – Einzel
Bei den Damen 40 waren von den TopTen fünf Spielerinnen am Start. Den Titel holte sich etwas überraschend, aber hochverdient Nina Roth (TuS 59 Hamm), die die an eins gesetzte Sonja Vogt bezwingen konnte und im Finale sich auch gegen Mirja Wagner (Rochusclub Düsseldorf) durchsetzte, die ihrerseits die an zwei gesetzte Sandra Hein als auch die an drei gesetzte Silke Richard schlagen konnte.
Bei den Damen 45 waren von den Top Ten fünf Spielerinnen am Start, dabei auch Monika Kamen (2), Astrid Obermeier (3) und Maike Sybrecht (4). Geheimfavoritin Corinna Kaup (TSC Heuchelhof Würzburg), Rangliste Nr. 13, aber an drei gesetzt, setzte sich im Endspiel gegen Monika Kamen (TC Dietesheim) in zwei Sätzen durch.
Von den TopTen waren bei den Damen 50 sieben am Start, darunter mit Christina Wolf (TSC Mainz), Gabi Kirchner (TC RB Regensburg), Petra Dobusch (TC Doggenburg) und Shabnam Siddiqi-El Hatri (HTC BW Krefeld) die ersten vier. In diesem hochklassigen Feld konnte sich Petra Dobusch im Finale in drei Sätzen gegen Christina Wolf durchsetzen.
Mit Susanne Veismann (ETUF), Helga Nauck (Crefelder HTC), Katalin Böröcz (TC Doggenburg) und Ellen Neumann (TC Gernlinden) waren bei den Damen 55 die ersten vier der TopTen am Start. Die beiden Favoritinnen Veismann und Nauck setzten sich durch und in einem spannenden Finale gewann Helga Nauck in zwei Sätzen den Titel.
Bei den Damen 60 waren mit Sabine Schmitz (1), Margreth Beyer (4) und Edeltraud Horstmann (7) drei der Top Ten am Start. Neu 60erin Carola Eiseler vom Barrier TC konnte im Halbfinale Margreth Beyer vom Andernacher TC in drei Sätzen bezwingen und lieferte auch der großen Favoritin Sabine Schmitz von ETUF Essen bei ihrer knappen Dreisatz-Niederlage im Finale einen großen Kampf.
Acht Damen 65 von den TopTen waren am Start – und im Finale waren die beiden Top-Gesetzten unter sich. Susanne Schweda (Bonner THV) setzte sich in drei Sätzen gegen Reinhilde Adams (TC Rheinstadion) durch.
Fünf TopTen- Spielerinnen waren bei den Damen 70 am Start, aber das Endspiel war erwartet und vorhersagbar: Neu 70erin Heidi Eisterlehner (TEC Waldau) gewann in zwei Sätzen gegen Barbara von Ende (Ski-Club Göttingen).
Durch das Fehlen von Heide Orth bei den Damen 75 – sechs der TopTen waren am Start – war der Titelkampf in dieser Altersklasse sehr offen. Am Ende setzte sich mit Brigitte Hoffmann die vielleicht Nervenstärkste in einem recht ausgeglichenen Feld durch, denn sie siegte sowohl gegen Renate Nadge als auch gegen Gerda Ahrens jeweils im Matchtiebreak und beide Male mit 10:7.
Bei den Damen 80 kämpften fünf Starterinnen, davon vier unter den TopTen, in einer Round Robin um den Sieg. Elisabeth van Bömmel setzte sich in einem quasi Endspiel auch gegen die Irmgard Gerlatzka durch und holte den Titel.

Herren – Einzel
Bei den Herren 40 starteten mit Andrew Lux, Carsten Gröger und Thomas Wittig vier TopTen-Spieler, aber mit Bastian Bohlen (Lehrter TC) und Holger Zühlsdorff (TC Kaiserwerth) dominierten zwei Altersklassen-Neulinge die Konkurrenz. Bastian Bohlen Nr. 14, an sechs gesetzt, bezwang im Viertelfinale Andrew Lux , im Halbfinale Mirco Heinzinger und setzte sich auch im Endspiel gegen Holger Zühlsdorff, Nr. 23 und an sieben gesetzt, durch.
Bei den Herren 45 sprach alles für ein Endspiel zwischen dem an eins gesetzten Gerhard Fahlke (THK Rissen) und dem an zwei gesetzten Christian Schäffkes (Ratinger TC GW). Beide spielten sich ohne Satzverlust in das Finale, wo Gerhard Fahlke vom Ergebnis her überraschend deutlich in zwei Sätzen gewinnen konnte.
Marc Pradel (Ratinger TC GW) war bei den Herren 50 das Maß aller Dinge und nicht aufzuhalten. Im Halbfinale musste der starke Oliver Prätorius, der sich in drei Sätzen gegen Guido Steil durchgesetzt hatte, das neidlos anerkennen und auch Axel Bandun (TV Raadt), der sich etwas überraschend in das Finale gespielt hatte, unterlag dort in zwei Sätzen.
Bei den Herren 55 waren drei TopTen Spieler am Start, darunter mit Bernd Richardt die Nr. 2 und mit Axel Goike die Nr. 4 der Rangliste. Das Endspiel bestritten zwei andere: Vicente Jimenez (TC RW Baden-Baden), Nr. 78 der Rangliste und an 15 gesetzt, Bezwinger von Bernd Richardt im Halbfinale, und Thomas Wagenaar (DSD Düsseldorf) Nr. 23 der Rangliste und an 7 gesetzt, der im Halbfinale Axel Goike schlagen konnte. In einem spannenden, sehenswerten Endspiel war Jimenez im Tiebreak des dritten Satzes der etwas Glücklichere und holte den Titel.
Bei den Herren 60 waren zwar drei TopTen-Spieler am Start, aber die ersten drei der Rangliste – Norbert Henn, Klaus Liebthal und Horst Kühlkamp – wurden schon vermisst. So kam es im Endspiel zu einer Neuauflage von 2017. Olaf Harder (SV Großburgwedel), der im Halbfinale Michael Rasche (HTC SW Bonn) in drei Sätzen bezwang, traf auf Peter Sachse (TC BW Zuffenhausen), der Bernd Schorer (TC Heilbronn am Trappensee 1892) ebenfalls in drei Sätzen besiegen konnte. Olaf Harder hatte diesmal die Nase vorn und gewann in zwei Sätzen.
Von den TopTen bei den Herren 65 waren sechs am Start, leider fehlten mit Josef Baumgartner und Paul Schulte die ersten beiden der Rangliste. Der an zwei gesetzte Alfred Böckl (TC GW Idstein) erreichte ohne Satzverlust das Finale, wo er etwas überraschend auf auf den an zehn gesetzten Rolf Theissen (TC Babcock) traf. Alfred Böckl siegte in zwei Sätzen.
Bei den Herren 70 waren vier TopTen-Spieler am Start. Leider fehlten verletzungsbedingt Horst-Dieter van de Loo (1) und Wilfried Siwitza (3). Die große Überraschung in dieser Altersklasse war Michael Reiner, der mit unglaublicher Laufarbeit erst Stepan Koudelka und dann auch Karl-Heinz Jakob jeweils in drei Sätzen ausschalten konnte und erst im Viertelfinale – ebenfalls in drei Sätzen – Wolfgang Korn unterlag. Im Finale standen sich der seit Wochen in bestechender Form spielende Wolfram Schmidle (TC Kreenheinstetten) und – eher etwas unerwartet – Joachim Zöller (TC Babcock) gegenüber, wobei Joachim Zöller sowohl Günter Klein als auch Peter Marklstorfer bezwingen konnte. Auch im Finale überzeugte Joachim Zöller und holte sich in drei Sätzen den Titel.
Acht TopTen-Spieler starteten bei den Herren 75 und die Frage nach seiner Form beantwortete Neu- 75er Peter Adrigan (TC GW Idstein) sehr deutlich, der sich in der unteren Hälfte des Tableaus souverän in das Finale spielte und dort auch Hans-Joachim Singhoff in zwei Sätzen besiegte. In der oberen Hälfte ging es sehr eng zu. Im Achtelfinale setzte sich Eckard Kärcher 10: 4 im Matchtiebreak gegen Harald Koglin durch, unterlag dann im Viertelfinale Gerhard Groell mit 7:10, der wiederum Im Halbfinale sich mit 8:10 Hans-Joachim Singhoff geschlagen geben musste.
Bei den Herren 80 – von den TopTen waren sechs am Start, es fehlte mit Klaus-Jürgen Klein die Eins der Rangliste – gab es das erwartete Endspiel zwischen Werner Schlereth (TC Am Waldbad Obertshausen) und Rüdiger Schöning (Kölner HTC BW), in dem sich der Kölner in zwei glatten Sätzen durchsetzte.
Mit Ausnahme von Ewald Przewloka (6) waren bei den Herren 85 die ersten acht der Rangliste komplett vertreten. In dieser Altersklasse gab es die erwartete Wachablösung durch die Altersklassen-Neulinge. Im Endspiel siegte Herbert Althaus Harburger TuHC im TS Harburg), der insgesamt keinen Satz abgab, gegen Horst Schmütsch (TC Garstedt).

Die Deutschen Meister 2019


Damen 40
Finale
Roth, Nina – Wagner Mirja 6:2 6:1

Halbfinale
Roth, Nina – Quadflieg Kristine 6:2 6:3
Richard, Silke – Wagner Mirja 2:6 5:7


Damen 45
Finale
Kaup, CorinnaKamen, Monika 6:2 6:1

Halbfinale
Kamen, Monika – Lemke Inga 6:3 7:6
Kaup, CorinnaObermeier, Astrid 6:7 6:3 6:2


Damen 50
Finale
Dobusch, PetraWolf, Christina 5;7 6:1 6:1

Halbfinale
Wolf, Christina Siddiqi-el-Hatri, Shabnam 6:4 6:4
Dobusch, Petra – Schöpp Alice 6:4 2:6 7:6


Damen 55
Finale
Nauck, Helga Veismann, Susanne 7:5 6:3

Halbfinale
Veismann, SusanneBöröcz, Katalin 6:1 6:2
Bojko, JolantaNauck, Helga 6:3 5:7 3:6:


Damen 60
Finale
Schmitz, SabineEiseler, Carola 4:6 6:4 6:3

Halbfinale
Schmitz, SabineHorstmann, Edeltraud 6:0 6:1
Beyer, MargrethEiseler, Carola 5:7 7:6 4:6


Damen 65
Finale
Schweda, SusanneAdams, Reinhilde 4:6 6:3 6:4

Halbfinale
Adams, ReinhildeBökmann, Jutta 6:3 7:6
Fröysok, HeideSchweda, Susanne 1:6 2:6


Damen 70
Finale
Eisterlehner, Heidivon Ende, Barbara 6:4 6:1

Halbfinale
Eisterlehner, HeidiOehlsen, Heidemarie 6:1 6:0
von Ende, BarbaraBrizzi, Paola 6:0 7:5


Damen 75
Finale
Ahrens Gerda – Hoffmann, Brigitte 0:6 6:4 7:10

Halbfinale
Eckert, Hanne – Ahrens Gerda 2:6 4:6
Knapp, ChristelHoffmann, Brigitte 3:6 6:7


Damen 80
Round Robin
1. van Bömmel, Elisabeth 4:0
Gerlatzka, Irmgard 3:1
Blecking Ursula 1:2
Hackstein Sigrid 0:2
Korff Josefine 0:3


Herren 40
Finale
Bohlen Bastian – Zühlsdorff Holger 6:4 1:0 Aufg.

Halbfinale
Zühlsdorff Holger – von Ritter Oliver 6:0 6:1
Heinzinger, Mirco – Bohlen Bastian 2:6 2:6


Herren 45
Finale
Fahlke, Gerhard Schäffkes, Christian 6:3 6:0

Halbfinale
Fahlke, GerhardKurandt, Sven 6:2 7:5
Voigt, SvenSchäffkes, Christian 2:6 4:6


Herren 50
Finale
Pradel, Marc – Bandun Axel 6:3 6:1

Halbfinale
Pradel, MarcPrätorius, Oliver 6:0 6:1
Bandun Axel – Korsch Sven 6:4 6:0


Herren 55
Finale
Jimenez VicenteWagenaar, Thomas 3:6 7:5 7:6

Halbfinale
Richardt, Bernd – Jimenez Vicente 2:6 6:7
Wagenaar, ThomasGoike, Axel 6:2 6:1


Herren 60
Finale
Harder, Olaf Sachse, Peter 7:6 6:0

Halbfinale
Rasche, MichaelHarder, Olaf 7:6 0:6 1:6
Sachse, Peter – Schorer, Bernd 1:6 6:4 6:4


Herren 65
Finale
Böckl, AlfredTheissen, Rolf  6:4 6:1

Halbfinale
Theissen, Rolf Klang, Söhnke 1:6 6:3 7:6
Friemel, RainerBöckl, Alfred 4:6 2:6


Herren 70
Finale
Zöller, JoachimSchmidle, Wolfram 6:7 6:0 4:1 Aufg.

Halbfinale
Korn, WolfgangZöller, Joachim 2:6 0:4 Aufg.
Kelling, HorstSchmidle, Wolfram 4:6 1:6


Herren 75
Finale
Adrigan, Peter Singhoff, Hans-Joachim 6:3 6:3

Halbfinale
Singhoff, Hans-JoachimGroell, Gerhard 6:1 4:6 10:8
Adrigan, Peter –Wagner, Heinz  6:3 6:2


Herren 80
Finale
Schöning, RüdigerSchlereth, Werner 6:2 6:0

Halbfinale
Schlereth, Werner – Harrer Josef 4:1 Aufg.
Seeholzer, Andreas – Schöning, Rüdiger 1:6 0:6


Herren 85
Finale
Althaus, Herbert – Schmütsch Horst 6:2 6:0

Halbfinale
Althaus, HerbertMahler, Wilfried 6:1 6:3
Schmütsch Horst – Marx, Werner 7:6 3:1 Aufg.


Doppel und Mixed

Doppel:
Damen 75: Telsche Andree / Renate Nadge
Herren 40: Mathias Huning / Andrew Lux
Herren 50: Henrik Blase / Karsten Braasch
Herren 55: Michael Kasselmann / Wolfgang Reuter
Herren 60: Michael Rasche / Olaf Harder
Herren 65: Alfred Böckl / Xavier de Villepin
Herren 70: Günter Klein / Ernst-Jochen Otto
Herren 75: Jürgen Kehr / Harald Koglin
Herren 80: Andreas Seeholzer / Werner Schlereth
Herren 85: Herbert Althaus / Wilfried Mahler

Mixed:
Mix 40: Susanne Wischmann / Christian Schäffkes
Mix 60: Margreth Beyer / Jens Ganss
Mix 70: Heidi Eisterlehner / Otto Seidl


Qualifikation oder nicht – das ist die Frage

Beim stärksten Feld in Essen (H 70) wurden in der Zulassungsliste erfasst:
– 40 Spieler für das Hauptfeld
– 16 Spieler für die Qualifikation
– 2 Spieler als Nachrücker

Nachrücker können nur spielen, wenn ein Spieler des Hauptfeldes oder der Qualifikation ausfällt, so dass die Gesamtzahl der startenden Spieler bei 56 bleibt. Die Sieger der acht Qualifikationsspiele gelangen in das Hauptfeld und füllen das Hauptfeld auf 48 Starter auf.
So wurden bei diesem System (Quali vor der Hauptrunde) zur Ermittlung der letzten 32 Spieler insgesamt 24 Spiele (8 in der Quali + 16 beim 48er Feld) durchgeführt.
Ohne Qualifikation werden bei einem Hauptfeld mit insgesamt 56 Spielern zur Ermittlung der letzten 32 Spieler ebenfalls 24 Spiele durchgeführt (64 – 56 = 8 Rasten).
Die Anzahl der Spiele, ausgehend von einem 48er Hauptfeld und einem Qualifikationsspiel für jeden Teilnehmer, ist also in beiden Systemen (mit und ohne Quali) gleich hoch, auch bei Berechnungen mit anderen Zahlen.

Mit zwei erheblichen Unterschieden:
Die Spieler, die Qualifikation gespielt und verloren haben, dürfen nicht in der Trostrunde starten. Wenn sie nicht Doppel oder Mixed spielen, erhalten sie 32 € zurück, haben also für ein Spiel 58 € bezahlt.
Wenn derselbe Spieler in der ersten Hauptrunde verloren hätte, erhielte er zwar kein Geld zurück, dürfte aber Trostrunde spielen – und der Ausrichter hätte mehr Nenngeld, weil er nicht zurückzahlen muss.

Wo also liegt der Vorteil einer Qualifikation?

Es gibt allerdings eine Unwägbarkeit:
Für den Veranstalter ist nicht abzuschätzen, wie viele Verlierer der ersten Hauptrunde sich für die Trostrunde melden, wenn ohne Qualifikation gespielt wird. Ob die Zahl der Plätze bei einer eventuell höheren Zahl von Startern in der Trostrunde zu den für die Trostrunden geplanten Zeiten ausreicht, kann nur der Veranstalter in Essen entscheiden. Die Vorausberechnungen sind vermutlich sehr schwierig – und hängen auch von den Meldungen in den Altersklassen gesamt ab.

Bilder aus Essen von Dieter Meier

Bilder aus Essen von Peter Köhler

Wir bedanken uns bei Dieter Meier und Peter Köhler für die tollen Fotos.